Mathias Wendel! Ein Meister der Reinkarnationstherapie

Es gibt Therapeuten, die eine Methode beherrschen. Sie kennen die Regeln, Techniken und die Theorie dahinter. Und dann gibt es Mathias Wendel. Mathias Wendel gehörte für mich zu jenen Therapeuten, die ihre Aufgabe darin sahen, den Menschen in seiner Weiterentwicklung zu unterstützen. Denn wenn sich der Mensch weiterentwickelt, entwickelt sich auch alles in dessen Leben weiter.

Wer war Mathias Wendel? 🕯️ Ein Meister der #Reinkarnationstherapie vorgestellt.

Er konnte sowohl seine Klienten als auch seine Auszubildenden direkt an den Punkt führen, an dem echte Weiterentwicklung erst möglich wurde. Dahinter stand etwas, das sich nicht aus einem Lehrbuch lernen lässt: eine tiefe Liebe zum Menschen und die Bereitschaft, ihm dort zu begegnen, wo Transformation geschehen konnte.

Thorwald Dethlefsen und Mathias Wendel

Ende der 1970er-Jahre stieß Mathias Wendel zu der kleinen Therapeutengruppe um Thorwald Dethlefsen. Über zehn Jahre arbeitete er dort neben Rüdiger Dahlke und Nikolaus Klein und war an der praktischen Weiterentwicklung der Reinkarnationstherapie beteiligt.

Mathias selbst beschrieb Dethlefsen später als einen „brillanten Denker, Esoteriker und Redner“, der die weltanschaulichen Grundlagen für die Reinkarnationstherapie gelegt hatte. Gleichzeitig unterschied Mathias sehr klar zwischen Dethlefsens theoretischer Arbeit und der therapeutischen Praxis. Dethlefsen war nie ein großer therapeutischer Praktiker. Die praktische Arbeit hatte er weitgehend seinem Therapeutenteam überlassen.

Aus den Beobachtungen und Erfahrungen der Therapien leitete Dethlefsen größere Zusammenhänge ab. Mathias Wendel konnte durch seine tägliche Arbeit mit Klienten überprüfen, was sich in der Praxis bewährte, wo Korrekturen notwendig waren und was weiter angepasst und verfeinert werden musste.

Reinkarnationstherapeut seit 1980

Mathias Wendel arbeitete seit 1980 als Reinkarnationstherapeut und therapierte über Jahrzehnte täglich. Die Bilder von früheren Leben waren für Mathias keine historischen Beweisstücke. Er betrachtete sie vielmehr als Metaphern und Spiegelbilder der Seele. Entscheidend war nicht die Frage, ob eine wahrgenommene Szene tatsächlich irgendwann einmal genauso stattgefunden hatte. Entscheidend war, was sie über den Menschen zeigte, der vor ihm saß. Frühere Leben wurden so zu einer Projektionsfläche, auf der sich das gegenwärtige seelische Muster zeigen konnte.

Maskenball der Seele

Mit seinem Buch „Maskenball der Seele“ hinterließ Mathias Wendel eine tiefenpsychologische Grundlage für eine wirkungsvolle Schattenarbeit. Das Buch führt anhand eines praktischen Fallbeispiels – Susanne wird von einem Unbekannten bedroht – mitten hinein in die Methode der Reinkarnationstherapie. Es beschäftigt sich mit den Masken, Rollen und Selbstbildern, hinter denen wir uns verbergen, und mit der Frage, was zum Vorschein kommt, wenn diese Masken zu fallen beginnen.

Maskenball der Seele“ gilt neben Thorwald Dethlefsens Büchern „Schicksal als Chance“ oder „Krankheit als Weg“ als eines der Standardwerke der Reinkarnationstherapie.

Die Münchener Schule

Gemeinsam mit seiner Frau Gabriela gründete Mathias Wendel die Münchener Schule für Reinkarnationstherapie. Dabei ergänzten sich beide in ihrer Arbeit. Gabriela hatte einen besonderen Blick für die unscheinbaren Details. Wurden diese übersehen, blieb die Tür zur seelischen Wahrheit verschlossen.

Mathias dagegen ging ohne große Umschweife zum wunden Punkt. Und das tat er mit Herz. Nicht Position, Titel oder das Bild, das jemand von sich hatte, waren entscheidend, sondern das, was dahinter lag. Ein Ego, das sich an Bekanntem festklammert, und eine Seele dahinter, die frei leben und lieben möchte. Also wieso hier viel Zeit verlieren?

Die Ausbildung verstand sich als „Therapie zum Therapeuten“. Wer andere Menschen in ihre Schatten begleiten wollte, musste bereit sein, den eigenen zu begegnen. Denn der eigene Schatten verschwindet nicht dadurch, dass auf der Tür plötzlich „Therapeut“ steht.

Als Mathias ging

Am 23. März 2018 starb Mathias Wendel. Damit ging für viele Menschen ein Lehrer und Wegbegleiter. Und mit seinem Tod begann auch das Ende der Münchener Schule in ihrer ursprünglichen Form. Seine Arbeit verschwand dadurch jedoch nicht.

Im Video über Mathias habe ich es so zusammengefasst: Seine Arbeit, seine Essenz und die Liebe dahinter wirken weiter. Wir können eine therapeutische Arbeit nicht konservieren. Wir können Mathias nicht kopieren. Und es wäre auch vollkommen widersinnig, aus seinen Worten irgendwann ein starres Regelwerk zu machen. Das hätte er sowieso nicht gewollt.

Was wir weitertragen können, ist die Essenz dieser Arbeit. Die Begegnung mit dem eigenen Schatten. Die Bereitschaft, in die eigene Seelenwelt einzutauchen. Die Offenheit gegenüber der geistigen Welt. Die Tiefe der therapeutischen Arbeit.

Und genau darin liegt für mich bis heute eine der wichtigsten Voraussetzungen therapeutischer Arbeit: Wir können einen Menschen nicht auf einen Weg schicken, den wir selbst niemals gegangen sind. Und wir können ihm nur dort wirklich begegnen, wo wir bereit sind, auch unser eigenes Herz zu öffnen.

Weiterführende Links:

Diese Arbeit führen wir heute in Frankfurt am Main (069 958 64 828) weiter. Nicht als Kopie dessen, was einmal war, sondern aus derselben Haltung heraus, mit der auch Mathias Menschen begleitet hat: mit Klarheit, Tiefe und vor allem mit Herz.